Die Armee im Wandel
Bundesrat Paul Chaudet, Vorsteher des Eidg. Militärdepartements, stellt die wichtigsten Bereiche...
Dienstreglement und Umgangsformen
Mit dem neuen Dienstreglement reagiert die Armee auf die nach 1968 verstärkt...
Am 5. Dezember 1972 wird die Abschaffung der Kavallerie in der Schweizer Armee Tatsache. Die...
Die Reaktionen der Bundesratsparteien auf die Präsentation der Armeereform 95 durch den zuständigen...
Erste gemeinsame Rekrutenschule für Frauen und Männer
Mit Einführung der Armeereform 95 finden erstmals zwei gemischte Rekrutenschulen statt. Die...
Wirtschaftliche Auswirkungen der Armee 95
Die Reduktion der Truppenbestände und die Aufhebung zahlreicher militärischer Bauten und...
Roll-Out der ersten F/A-18 in Emmen
1992 reicht die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) nach der Armeeabschaffungsinitiative...
Mirage und Panzer 68 haben ausgedient
Im Zuge der Armeereform 95 werden die letzten Mirage-Kampfflugzeuge und der Panzer 68 ausgemustert....
Die im Rahmen des Engagements für den Frieden im Kosovo geschaffene Kompanie «SWISSCOY» steht seit...
Armée XXI devient une réalité
Arrivée des toutes premières recrues d’Armée XXI à la Caserne de la Poya à Fribourg. Les...
Armee XXI: Bundesrat Schmid im Kreuzverhör
Moderator Urs Leuthard versucht während der Herbstsession in der Politsendung «Galerie des Alpes»,...
Zwei Jahre nach Einführung der «Armee XXI» wird im Mai 2005 ein neues Reformpaket präsentiert. Die...
Kontext
Bereits während des Kalten Krieges werden die Diskussionen um die Landesverteidigung, bis hin zur Forderung der Armeespitze nach Atomwaffen, sehr engagiert geführt. Auch die rasche Einführung moderner mechanisierter Kampfführung wird immer wieder verlangt, doch Reformen erfolgen zögerlich: Erst im Dezember 1972 werden die letzten Kavallerieverbände abgeschafft.
Die Bedrohung durch die Streitkräfte des Warschauer Paktes beeinflusst die Organisation der Milizarmee direkt und führt zu einer umfassenden Doktrin der «Gesamtverteidigung». Mit über 600'000 Soldaten hat die Schweiz im Verhältnis zur Bevölkerung lange Zeit eine der grössten Armeen weltweit. Dies und die heute zunehmend umstrittene Aufbewahrung der persönlichen Waffen zu Hause begründen die Redewendung «Die Schweiz hat keine Armee, die Schweiz ist eine Armee».
Die Reaktion auf den bröckelnden Konsens in Militärfragen als Folge der gesellschaftlichen Umwälzungen nach 1968 erfolgt spät. Die erste Abschaffungsinitiative der 1982 gegründeten «Gruppe für eine Schweiz ohne Armee» (GSoA) gelangt 1989 an die Urne und erreicht nach einem bewegten Abstimmungskampf 35,6% Zustimmung.
Dieses überraschend hohe Resultat beeinflusst die nachfolgenden Reformen der Schweizer Armee und ist Ausdruck des schleichenden Bedeutungsverlusts des Militärs in der Gesellschaft.
1992 stimmt das Wahlvolk der Einführung eines zivilen Ersatzdienstes deutlich zu. 2005 stellen bereits über 8% der Diensttauglichen ein Zulassungsgesuch zum Zivildienst. Diese alternative Form des Dienstes an der Gemeinschaft ist allerdings in jüngster Zeit gefährdet, wenn 40% der Stellungspflichtigen als untauglich erklärt werden.
Die Armeereform 1995, deren Konzept auf die Zeit vor dem Fall der Berliner Mauer zurückgeht, bringt den Wechsel von der flächendeckenden Verteidigung zur «Dynamischen Raumverteidigung». Dienstdauer, Verbände und Truppenbestände werden reduziert.
Diese erste umfassende Reform nach den 1960er Jahren ist allerdings nur eine Übergangslösung: Zehn Jahre später wird mit Einführung der «Armee XXI» und der Reorganisation des Bevölkerungsschutzes auf die veränderte Bedrohungslage in der Welt reagiert.
Die Armee XXI bleibt eine Milizarmee. Sie umfasst eine Truppenstärke von 120'000 aktiven und eine Reserve von 80'000 Dienstpflichtigen. Für Soldaten und Unteroffiziere endet die Dienstpflicht spätestens mit dem 34. Altersjahr. Das 2004 eingeführte Durchdiener-Modell ermöglicht die Absolvierung der gesamten Dienstleistung an einem Stück.
Rolle und Aufgabe der Armee und friedenserhaltende Armeeeinsätze im Ausland bleiben umstritten. Aktuell werden mit dem «Entwicklungsschritt 2008/2011» weitere Reformschritte diskutiert.




